Ich musste vor Kurzem sehr konkret sagen: „Sorry. Aber du kannst nicht einfach laut in die Welt hinausgehen und erwarten, dass Menschen dir sofort vertrauen.
Vertrauen entsteht nicht, weil du sichtbar bist. Vertrauen entsteht, weil hinter deiner Sichtbarkeit ETWAS steckt.“
Ich glaube, genau das ist der Denkfehler, den viele machen.
Die meisten sehen Social Media als eine Bühne, um möglichst schnell berühmt zu werden. Oder möglichst schnell ein dickes Konto zu haben, damit sie sich Dinge kaufen können, die sie im Außen zu scheinbar besseren Menschen machen.
Versteh mich nicht falsch. Geld brauchen wir alle. Schließlich liegen Rechnungen auf dem Tisch.
Nur merke ich in meinen Coachings immer wieder, dass das eigentliche Problem selten Geld ist.
Es ist auch nicht der Algorithmus.
Und meistens ist es nicht einmal der Content.
Wenn wir anfangen, gemeinsam an einer Premium Human Brand zu arbeiten, wird ziemlich schnell klar, dass es an etwas ganz anderem fehlt.
An einer Identität, auf der Vertrauen überhaupt entstehen kann.
Es gibt einige Bereiche, die wir uns dafür gemeinsam anschauen. Und am Ende hängen sie alle miteinander zusammen.
Heute möchte ich aber über einen sprechen, der aus meiner Sicht viele Menschen davon abhält, wirklich weiterzukommen.
Das liebe Geld.
Dazu eine kleine Story.
Ich hatte neulich ein Gespräch darüber, wovon eigentlich abhängt, was jemand für seine Zeit, sein Wissen oder sein Coaching verlangen kann.
Und ich glaube, die Antwort darauf ist viel größer, als es auf den ersten Blick scheint.
Die einfache Formel dazu ist diese:
"Du musst etwas haben, wissen oder können, das viele Menschen wollen und nur wenige wirklich liefern können."
Ja, das klingt nach Angebot und Nachfrage. Aber Angebot und Nachfrage bestimmt nur den Rahmen. Ob du in diesem Rahmen wirklich bestehen kannst, entscheidet etwas anderes.
Es geht um ein Versprechen, das du deinen Followern oder Kunden gibst.
Und jeder Preis ist ein Versprechen. Ob 20 oder 20.000 Euro.
Deshalb kannst du deinen Preis nicht einfach erhöhen, indem du morgen mutiger wirst.
Du kannst ihn nur erhöhen oder hoch ansetzen, indem du zu einer Person wirst, die dieses Versprechen auch wirklich einlösen kann.
Das ist der Teil, über den kaum jemand spricht.
Heute wollen viele Menschen möglichst schnell sichtbar werden.
Sie bauen dann Content, Reichweite und Funnels.
Aber sie bauen sich selbst nicht. Auch wenn das jetzt seltsam klingen mag, ist das die ganze Wahrheit hinter allen großen Brands.
Nike verkauft keine Schuhe. Sie verkaufen Leistung, Freiheit, sportliche Gemeinschaft. Und ja, sie verkaufen auch Schuhe, das ist das Produkt.
Aber es gibt immer ein Produkt hinter dem Produkt.
Und das ist in diesem Fall ein Gefühl. Menschen ohne echten sportlichen Bezug zu Nike holen sich die Schuhe trotzdem, weil ihr Lieblingssportler dafür wirbt. In dem Fall willst du cool sein, wenn du sie trägst. Und eine Randgruppe mag schlichtweg das Design.
Und genau das gilt für deine Marke ganz genauso.
Aber jetzt mal zum Problem.
Sichtbarkeit macht dich nicht automatisch wertvoller. Sie macht erstmal nur sichtbarer, was bereits da ist.
Wenn hinter deinen Worten keine Erfahrung steckt, wenn deine Gedanken keine Tiefe haben und wenn deine Ergebnisse nur auf Theorie beruhen, dann wird auch der beste Content das irgendwann zeigen. In Gesprächen wirst du irgendwann entlarvt. Auf Bühnen kannst du nicht liefern. Und Menschen verlieren das Vertrauen. Das ist auch der Punkt, an dem Hochstapler irgendwann ankommen. Irgendwann fällt das Konstrukt in sich zusammen.
Genau deshalb glaube ich, dass jeder Creator an den Punkt kommen sollte, an dem er sich weniger fragt:
"Wie werde ich größer?"
Sondern:
"Wofür möchte ich überhaupt bekannt sein? Welches Problem kann ich lösen? Worüber kann ich im Schlaf sprechen?"
Und hier beginnt das echte Creator-Mindset.
Nicht zuerst senden. Eher zuerst Substanz aufbauen.
Du kannst dich heute hinsetzen und mal ehrlich zu dir sein:
Welche 5 Probleme löse ich für andere Menschen wirklich?
Nicht oberflächliches Bla-Bla. Sondern so gut, dass Menschen danach ein anderes Leben, ein anderes Business oder eine andere Perspektive haben.
Wenn du diese Probleme kennst, geh noch einen Schritt weiter.
Frag dich, warum diese Probleme überhaupt gelöst werden müssen.
Was kostet es Menschen, wenn sie nichts verändern?
Was verändert sich, wenn sie es doch tun?
Genau dort entstehen Inhalte, die Menschen nicht nur konsumieren.
Sondern echt fühlen lassen.
Zeig anschließend nicht nur deine Lösung. Sondern die Menschen, denen sie bereits geholfen hat.
Erzähl darüber Geschichten.
Und wenn du noch keine eigenen Lösungen hast, sammle Erfahrungen anderer.
Hilf Menschen, mit denen du Kontakt hast oder aufbauen willst.
Mach Ergebnisse sichtbar. Aber nicht, um anzugeben.
Sondern weil Vertrauen nicht durch Behauptungen entsteht. Vertrauen entsteht durch Beweise.
Dann wiederholt sich dieser Kreislauf immer wieder.
Du löst Probleme.
Du sammelst Erfahrungen.
Du erzählst Geschichten.
Du hilfst Menschen.
Und deine Sichtbarkeit wächst fast automatisch mit.
Nicht, weil du den Algorithmus bis ins Detail verstanden hast. Sondern weil du verstanden hast, dass Substanz immer vor Aufmerksamkeit kommt.
Das ist für mich der Unterschied zwischen jemandem, der Content produziert. Und jemandem, der langfristig eine Marke aufbaut.
Na dann.
Good luck, my friend. 🙃
Ich feuer dich an.
Aber mach zuerst deine Hausaufgaben. Am Ende geht's hier nicht nur um andere oder dein Bankkonto.
Es geht um dich selbst und deinen Platz in dieser Welt.
Love
-Kristin
