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Verstehe diesen Mechanismus und du wirst gewinnen

Du gibst nicht auf, weil es nicht geht. Du gibst auf, weil es sich sicherer anfühlt.

Ich meinte zu ihr: „Menschen sind nur dann bereit, sich zu ändern, wenn sie an eine emotionale Schwelle geführt werden. Aus meiner Sicht passiert das nur auf zwei Wegen. Entweder ist der Schmerz groß genug oder die Begeisterung für ein neues Ziel ist da.“

Etwas skeptisch hinterfragte sie: „Also sind es Emotionen, die mich aktuell dazu bewegen, dass mein Business stagniert? Weil vieles durch KI und Inflation aussichtslos erscheint? Also entscheide ich mich selbst dafür?“

Ein genialer Gedankengang von ihr. Ihr Business stagniert aktuell stark, weil sie die Weltlage für sich so interpretiert, dass vieles aussichtslos wirkt. Neben der massiven Beschleunigung durch KI kommt zusätzlicher geopolitischer Druck dazu.

Ein Gefühl, das die meisten Menschen gerade haben. Und daraus entstehen Fragen wie:
Macht das, was ich tue, überhaupt noch Sinn?
Wer soll mein Angebot überhaupt bezahlen, wenn mehr Firmen schließen und die Kosten für alles steigen?

Und ja, alles, was gerade passiert, ist irgendwie lähmend. Aber du entscheidest, ob du stehen bleibst oder anfängst, mit der Zeit zu gehen. Kreativ zu werden.

Ich weiß nicht, in wie vielen Lettern ich es schon gesagt habe, aber die Geschichte lehrt uns immer dasselbe. Und genau das ist der Punkt, den viele gerade vergessen. Ob du auf die Entwicklung des Geldes schaust. Vom Tauschhandel Brot gegen Ei bis hin zu digitalen Zahlungen per Handy. Auf wirtschaftliche Entwicklungen. Vom Papier zur E-Mail. Oder auf deine eigene.

Was auch immer du tust: Alles entwickelt sich, nichts bleibt stehen.

Aber hier kommt der Punkt.

Die meisten geben auf oder werden müde, weil sie durch Medien und ihr Umfeld an eine emotionale Schwelle gelangen, an der sie vieles als aussichtslos betrachten. Ich frage mich dann, warum das Feuer, das du hattest, stirbt. Warum du aufgibst, bevor du wirklich begonnen hast.

Nicht, weil du es nicht kannst. Sondern weil sich Stillstand gerade sicherer anfühlt als Bewegung.

Und bevor wir hier weitermachen, ist mir eine Sache wichtig.

Wenn ich von Stillstand spreche, meine ich nicht diese Phasen, in denen dein System komplett blockiert und dich schützt.
Diese Zeiten gibt es. Und sie sind notwendig.

Ich meine den Raum dazwischen. Den Punkt, an dem du eigentlich die Energie hättest, dich zu bewegen - aber stehen bleibst.

Nicht, weil du nicht kannst. Sondern weil es sich gerade sicherer anfühlt, nichts zu verändern.

Und genau da wird es interessant.

Lass uns das auf dein eigenes Leben übertragen. Die Weltgeschehnisse blenden wir kurz aus. Es geht nur darum, den eigenen Mechanismus zu verstehen, um ins Handeln zu kommen. Hast du ihn einmal verstanden, verstehst du vieles andere auch. Ob du postest, einen Deal aushandelst oder mit deinen Liebsten über den Alltag verhandelst.

Die Geschichte wiederholt sich

Nicht nur im Außen, sondern auch in dir.

In der Psychologie spricht man vom Wiederholungszwang. Unser Gehirn greift auf bereits Erlebtes zurück und weiß in Bruchteilen von Sekunden einzuschätzen, ob etwas wichtig oder unwichtig, gut oder gefährlich für uns ist.

Kurz gesagt: In unserem limbischen System werden Informationen mit bereits gespeicherten Emotionen abgeglichen und auf diese Weise eingeordnet.

Einfach gesagt: Unsere Emotionen sind nichts anderes als hochkonzentriertes Wissen.

Und genau deshalb kennst du diese Storys. Menschen, denen bei Spinat schlecht wird, weil sie in der Kita gezwungen wurden, ihn zu essen. Die Angst vor Spinnen, die vorwiegend hausgemacht ist. Verhaltensweisen, die Menschen einschüchtern, weil sie sich an den fiesen Mathelehrer erinnern.

Jede Emotion geht auf eine Erfahrung zurück, die zu Wissen wurde und unsere Entscheidungen bis heute beeinflusst.

Immer wenn du eine ähnliche Situation erlebst, erinnerst du dich. Du rufst dein Wissen automatisch ab und fällst in ein Verhaltensmuster, das dich schützt. Den meisten ist das gar nicht bewusst.

Deswegen heißt es so oft:
„So war ich schon immer.“
Oder im Business:
„Das haben wir schon immer so gemacht.“

Die Idee dahinter ist einfach: Ich will überleben. Und das Bekannte ist keine Gefahr. Also bleibt man gern dabei.

Dabei geht es nicht nur um existenzielle Dinge wie Luft, Nahrung oder Wasser. Wir leben nicht mehr in der Steinzeit.

Meist geht es um Überleben im übertragenen Sinne. Und dafür brauchen wir nicht nur Nahrung und Sauerstoff, sondern auch Sicherheit, Anerkennung und Zugehörigkeit.

Und genau dieser Mechanismus zeigt sich nicht nur im Alltag, sondern auch im Business.

Und genau so zeigt es sich gerade bei meiner Klientin.

Es stagniert nicht wegen KI.
Es stagniert nicht wegen Inflation.

Es stagniert, weil sie fürchtet, was kommt und sagt sich:

“KI wird besser sein.
Keiner wird mehr bereit sein zu zahlen.
Ich bin nicht kreativ genug.
Ich kann da nicht mithalten.”

Wenn man es runterbricht, ist ihr eigentlicher Gedanke simpel:
Ich bin nicht gut genug. Also werde ich es nicht schaffen.

Und bevor sie fällt, hört sie lieber auf.

Das Überleben ist quasi gesichert.

Und genau das ist kein Einzelfall.

Überleben zu sichern ist das oberste Gebot menschlichen Verhaltens. All die Strategien, die wir dafür erlernt haben, also unsere Gewohnheiten, haben diesen Zweck immer erfüllt.

Deshalb beharren wir so sehr auf unseren Ansichten.
Deshalb wollen wir recht haben.

Es wird schon etwas dran sein an dem, was wir glauben. Schließlich sind wir bisher gut damit gefahren.

Auch mit Gedanken wie: Ich bin nicht gut genug.

Denn wenn wir daran glauben, ist Scheitern logisch. Und wenn es dann passiert, können wir sagen: „Yes. Hab ich’s doch gewusst.“

Jeder hat immer recht

Die gute Nachricht: Du hast recht.

Die schlechte Nachricht: Alle anderen auch.

Der Mensch befindet sich damit ständig in einer inneren Konkurrenz. Unser Verstand denkt im Worst-Case-Szenario. Er plant mit ein, dass Dinge knapp werden könnten. Geld. Jobs. Möglichkeiten. Sicherheit.

Darum fällt es uns so schwer, andere Perspektiven zuzulassen.

Wenn ich meiner Klientin also sagen würde, dass sie es mit Sicherheit schafft und nur dies und jenes tun muss, würde sie mir innerlich zu 100 % widersprechen.

Weil ihr System sie schützt.

Ich glaube, die beste Entscheidung ist immer die, die jemand selbst trifft. Das kann dauern. Weil man Mut entwickeln muss, das Unbekannte anzunehmen.

Das nur am Rande. Zurück zum Point.

Alles Neue wird vom Menschen zunächst als Bedrohung empfunden.

Und es durchläuft immer dieselben drei Phasen:

  1. Zuerst wird es belächelt.

  2. Dann wird es bekämpft.

  3. Und irgendwann wird es akzeptiert oder sogar kopiert.

Das kennst du sicherlich:

Du willst dich selbstständig machen? Menschen lachen.

Du ziehst es durch? Menschen zweifeln.

Du verdienst Geld damit? Menschen fragen dich, wie du das gemacht hast.

Und genau an diesem Punkt steht auch meine Klientin.

Nur auf einer anderen Ebene - im Business.

Sie steht zwischen Zweifel und Rückzug. Und entscheidet sich gerade, stehen zu bleiben.

Nicht wegen der Welt. Nicht wegen KI. Nicht wegen Inflation. Sondern wegen der Bedeutung, die ihr Verstand dem Ganzen gibt.

Dein Verstand - oder das, was wir Ego nennen - ist kein schlechter Berater.

Aber er ist ein vorsichtiger. Er will dich schützen. Nicht wachsen lassen.

Das Ego ist nicht dein Feind

Es hat dich bis hierher gebracht. Es hat dich vor echten Gefahren geschützt. Es hat dich überleben lassen, in Situationen, die das nötig gemacht haben.

Aber hier liegt das Problem. Das Ego lebt in der Vergangenheit. Es kennt nur, was bereits erlebt wurde. Es kann keine Zukunft bewerten, die es noch nie gesehen hat.

Und genau das ist der Mechanismus, der viele lähmt.

Nicht KI, Inflation oder die aktuelle Weltlage.

Sondern die Interpretation davon. Kurz: Dein Ego entscheidet, dass das Unbekannte gefährlich ist. Bevor es sich irrt, zieht es sich zurück. Lieber stagnieren als scheitern - oder aufhören als fallen.

Das nennt es dann Vernunft. Aber es ist keine Vernunft. Es ist Angst in einem “vernünftigen Anzug”.

Der einzige Weg raus ist nicht mehr Mut, mehr Information oder mehr Strategie.

Der einzige Weg raus ist zu erkennen: Du bist nicht dein Ego.

Du bist derjenige, der das alles beobachtet und hinterfragt.
Der gerade diesen Text liest und sich irgendwo darin wiedererkennt.

Das Ego ist ein Werkzeug. Ein sehr nützliches, in der richtigen Situation.

Aber du bist der Werkzeugmacher.

Fang an, es so zu benutzen. Stell dir eine ehrliche Frage: Bleibst du stehen, weil es wirklich keinen Weg gibt - oder weil dein Verstand dich davon überzeugen will?

Bis bald, my friend.🙃 

Deine

-Kristin