Ich habe letztens was gehört, das genau das widerspiegelt, worüber ich immer wieder spreche.
Ein Mann hat nach einem Vortrag ein junges Mädchen getroffen. Sie sagte zu ihm: "Ich weiß, dass ich eines Tages jemand sein werde." Er hat nur geantwortet: "Du bist jetzt schon jemand."
Daraus wurde ein Video. Er hat einen neuen Account erstellt, mit null Followern, und genau diesen Moment gepostet.
8 Millionen Views. Mit null Followern.
Dieses einfache Video zeigt genau das was Menschen online wirklich anspricht, oder?
Aber die meisten Menschen glauben immer noch, sie brauchen erst eine große Followerzahl, bevor sie gesehen werden. Bevor ihre Meinung zählt. Bevor sich das Aufschreiben und Posten überhaupt lohnt.
Das stimmt schon lange nicht mehr.
Wir leben nämlich nicht mehr in klassischen sozialen Medien. Wir leben in Interesse-Medien. Vor ein paar Jahren hast du noch Inhalte von Menschen gesehen, denen du gefolgt bist.
Nimm Facebook oder Instagram. Früher hast du dort die Urlaubsbilder deiner Familie gesehen, die Fotos von Freunden, einfach weil du ihnen gefolgt bist. Ob dich das interessiert hat oder nicht, war fast egal. Der Feed hat sich danach gerichtet, wem du folgst.
Bei LinkedIn hast du regelmäßig den Content der etablierten Creator gesehen, weil du ihnen gefolgt bist. Aber auch das hat sich verändert. Viele dieser großen Namen sind mit der Zeit regelrecht untergegangen, weil ihre Reichweite plötzlich nicht mehr automatisch kam, nur weil viele Menschen ihnen folgten. Auch hier zählt inzwischen viel stärker, ob ein einzelner Beitrag wirklich trifft.
Und genau das siehst du in der Geschichte von eben. Ein Account mit null Followern, ein einziges Video, 8 Millionen Views.
Das funktioniert nur, weil es heute nicht mehr in erster Linie darum geht, wem du folgst, sondern wofür du dich gerade interessierst.
Das heißt, deine Reichweite hängt heute nicht mehr davon ab, wie viele Menschen dich kennen. Sie hängt davon ab, ob das, was du sagst, jemanden wirklich “trifft”.
Und trotzdem höre ich in Coachings ständig denselben Satz.
“Aber Kristin … Ich habe es doch versucht, aber es hat nicht funktioniert.”
Weißt du, was die ehrliche Antwort darauf ist?
Es funktioniert. Du bist nur noch nicht geübt darin.
Und das ist eine gute Nachricht, keine schlechte. Denn es lässt sich ändern.
Es gibt da draußen jemanden, der seit zwanzig Jahren Content produziert. 15 Stunden am Tag, buchstäblich. Und selbst nach zwanzig Jahren sagt er: "Dein viertes TikTok-Video kann dein ganzes Leben verändern. Nicht die zwanzig Jahre davor. Das eine Video." (Gary Vee)
Das ist mega und ziemlich entlastend zugleich, findest du nicht?
Es zählt also die Qualität eines einzigen Postings.
Aber, und das ist der Teil, den viele gern mal überhören… Ein einzelner guter Post reicht nicht, wenn du sonst nie zeigst, wer du bist.
Viele denken sich nach einem viralen Hit: Wow, jetzt kennt mich jeder. Jetzt kommen die Kunden von allein, regelmäßig.
Tun sie aber nicht. Ein einzelner Post macht dich sichtbar. Vertrauen baut sich trotzdem nur durch das Kontinuierliche auf, das danach kommt.
Und hey, du musst dafür gar nicht viral gehen. Du brauchst keine 8Millionen Views. Es geht nicht darum, möglichst viele Menschen einmal zu erreichen. Es geht darum, die richtigen Menschen immer wieder zu erreichen.
Stell es dir wie beim Dating vor. Ein umwerfendes erstes Date macht noch keine Beziehung. Vertrauen entsteht nicht beim ersten Treffen, sondern beim fünften, beim zehnten, bei all den kleinen Momenten dazwischen.
Genauso funktioniert Content.
Ein Post ist ein Date. Nicht der Antrag.
Wenn jeder zweite Post "Kauf mein Produkt", "Buche meinen Termin" oder "Hier ist mein Angebot" sagt, machst du bei jedem “Date “direkt den Antrag. Bevor überhaupt eine Beziehung entstanden ist.
Guter Content sind die vielen kleinen Dates davor. Der Verkauf ist irgendwann die natürliche Konsequenz … nicht der Gesprächseinstieg.
Also … Beginne einfach zu dokumentieren.
Ich weiß, dass "einfach dokumentieren" für viele trotzdem zu abstrakt bleibt. Also lass mich das konkret machen:
Zeig deine Ergebnisse, nicht nur deine Meinung.
Wenn du jemandem geholfen hast, egal ob im Coaching, im Verkauf oder in einem Projekt, dann sprich genau darüber. Nicht abstrakt, sondern konkret. Was war das Problem? Was hast du gemacht? Was hat sich verändert? Diese Art von Content verkauft leiser, aber deutlich nachhaltiger als jede Verkaufsbotschaft.
Nutze das, was ohnehin schon vor dir liegt.
Ein Angebot, ein Kundengespräch, eine Frage, die dir gerade zum dritten Mal gestellt wurde. Mach daraus ein Video oder einen Beitrag. Du brauchst kein neues Konzept. Du brauchst nur den Mut, das zu zeigen, was gerade sowieso passiert.
Dokumentiere auch deine Fails.
Den Launch, der floppte. Die Idee, die du wieder verworfen hast. Genau das posten die wenigsten, und genau deshalb bleibt es hängen. Es ist derselbe rohe, ungeschönte Moment wie in der Geschichte von eben, nur eben deiner.
Zeig den Moment, bevor du das Ergebnis kennst.
Nicht "so habe ich es geschafft", sondern "das versuche ich gerade, ich weiß noch nicht, ob es klappt". Menschen wollen nicht nur die Rückschau sehen. Sie wollen dabei sein, während etwas noch offen ist.
Erzähl die Entscheidung, vor der du gerade stehst.
Ein Zweifel, eine offene Frage, ein Für und Wider, das du gerade mit dir selbst ausmachst. Das lädt Menschen fast automatisch ein, mitzudenken, statt nur zuzuschauen.
Hmm … Vielleicht denkst du jetzt, dass du dafür nicht die richtige Persönlichkeit hast. Zu unsicher vor der Kamera, zu wenig Energie, zu leise, zu ….
Glaub mir, das höre ich oft genug, wenn ich mit angehenden Social-Media-Managern im Unterricht sitze, in DM´s, Coachings, … Du bist also nicht allein.
Aber … ich sag dir jetzt was.
Wir sind nicht mehr in der 6. Klasse. Niemand bewertet dich mehr danach, wie du auf Video aussiehst oder klingst. Und ja, es gibt Menschen, die hinter ihrem Bildschirm sitzen und blöde Kommentare ablassen. So ist leider die Welt. Aber lass dich von den Feiglingen und Fieslingen nicht einschüchtern.
Denk dran: “Du bist jetzt schon jemand.”
Nicht erst, wenn du perfekt bist.
Nicht erst, wenn dich niemand mehr infrage stellt.
Jetzt schon.
Und das, was du zu sagen hast, ist wertvoll, auch wenn gerade noch niemand zuhört.
Good luck, my friend. 🙃
Love, Kristin
Ps:
Ich habe letzte Woche eine neue Podcastfolge mit Britta Behrens aufgenommen. Hier gibt es für alle LinkedInner richtig was auf die Nuss. Die Folge kommt nächste Woche online. Auf LinkedIn bekommst du sofort mit, wenn sie draußen ist.
Pps:
Noch was ganz kurz.
Ich habe mit jemandem zusammen eine App entwickelt, die du gerade kostenlos testen kannst.
Es geht genau um das, worüber wir heute gesprochen haben. Die App hält nicht nur Kontakte fest, sondern alle Berührungspunkte dazu, ganze Kommunikationsverläufe. Plus Automatisierungen wie automatische Geburtstagsgrüße per Mail oder WhatsApp.
Und das Besondere (mein Lieblingspart): Es gibt ein eigenes Marketing-Abteil, in dem du im Stil von Canva Landingpages, Visitenkarten und Angebotsseiten in Sekunden baust. Komplett eigenentwickelt, ohne Anbindung an Canva.
“Mehr Zeit für Menschen, statt Verwaltung.” Kunden, Automatisierungen und Marketing an einem Ort.
Schau's dir ZENO einfach mal an. 😀
