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Sei dein eigener Guru
Vor zwei Jahren habe ich LinkedIn sprichwörtlich aus dem Staub geholt.
210 Follower, die meisten davon nicht aktiv, keine klare Linie, keine große Erwartung. Heute habe ich rund 2.000 Follower mehr und das ist vollkommen in Ordnung, denn mein Ziel war nie die große Zahl.
Ich lade selten aktiv Menschen zur Vernetzung ein, es sei denn, ich finde die Person wirklich interessant oder spüre, dass es passt.
Mein Ziel war von Anfang an echte Verbindung, echte Gespräche und am Ende auch echte Kunden. Keine Reichweiten-Show, kein Wachstum um des Wachstums willen.
Und trotzdem (oder vielleicht genau deshalb) ist bei mir viel los.
Meine Interaktionsrate ist hoch. Teilweise höher als bei Accounts, die zehntausende Follower mehr haben. Meine Inbox ist voll mit Anfragen zu Gesprächen, Kooperationen und Projekten.
Was ich damit sagen will: Es ist aus meiner Sicht nicht zwingend notwendig, viele Follower zu haben. Viel wichtiger ist es, die richtigen Verbindungen aufzubauen.
Aus meiner Erfahrung, und aus vielen Gesprächen mit erfolgreichen Creatorn, habe ich verstanden, dass Reichweite kein Beweis für Relevanz ist. Resonanz ist es.
Zusätzlich beobachte ich auch, dass viele glauben, sie bräuchten Vorlagen zum Schreiben. Swipe-Dateien. Virale Templates. Vorgefertigte Hooks. Ich sehe das anders.
Du brauchst keine Vorlagen. Du brauchst keine Swipe-Datei. Und du brauchst ganz sicher keinen weiteren Guru, der dir erklärt, wie du klingen sollst.
In Gesprächen mit Creatorn kam also immer wieder dasselbe Learning auf:
Viele Gurus haben ihre Community oft nicht durch Klarheit aufgebaut, sondern durch Budget. Und anschließend verkaufen sie Systeme, die sie selbst nie gebraucht haben. Kurzfristig funktioniert das vielleicht. Langfristig raubt es dir deine Stimme.
Seinen Stamm findet man nicht durch Copy-Paste, sondern durch gezieltes Schreiben. Menschen fühlen sich nicht angesprochen, weil ein Hook clever ist, sondern weil jemand etwas ausspricht, das sie selbst seit Monaten denken, aber nie formulieren konnten.
Templates, Swipe-Dateien und alte, klassische Guru-Lehren töten genau diese Kraft - die Kraft deiner eigenen Erfahrung.
Hast du deine eigenen Worte, deine Geschichte und dein Thema wirklich klar, wird Posten einfach.
Nicht, weil du weniger nachdenkst, sondern weil du weißt, wofür du stehst und worauf du immer wieder zurückkommst.
Zum Schluss möchte ich noch ein paar Posting-Learnings teilen, die ich selbst regelmäßig anwende.
Ich reposte meine eigenen Inhalte. Nicht aus Ego, sondern aus Realität. Viele Menschen sehen einen Beitrag beim ersten Mal schlicht nicht. Ein Repost gibt guten Gedanken eine zweite Chance. UND: Der Algo liebt Reposts.
Ich kopiere nicht. Meine größte Stärke ist nicht mein Stil, sondern meine Perspektive. Ich habe eine klare Linie entwickelt, über welche Themen ich immer wieder spreche und wofür ich stehe.
Ich habe mir bewusst eine organische Crew aufgebaut. Ich folge relevanten Creatorn, lese ihre Inhalte wirklich und interagiere ehrlich. Keine Taktik, kein Networking-Spiel. Verbindung entsteht durch Aufmerksamkeit, nicht durch Strategien. Zusätzlich pushe ich gern neue Creator.
Ich zeige mich in etwa zu 60 % selbst - Foto oder Video. Menschen lieben Gesichter. Das heißt nicht, dass man keine Texte oder Carousels posten darf. Im Gegenteil. Aber: Zeig dich.
Auch ein Kommentar-Post kann ein Foto aus dem Alltag enthalten. Bei mir ist das zum Beispiel oft “Kristin isst Pizza”. ;)
Ich wiederhole mich. Lange bevor mein Publikum gelangweilt ist, bin ich es selbst. Wiederholung ist kein Zeichen von Ideenarmut, sondern von Standing. Marken entstehen durch Wiedererkennbarkeit.
Ich nutze bewusst Inhalte, die bereits funktioniert haben und passe sie an. Die meisten Menschen erinnern sich nicht an das, was sie vor Wochen gelesen haben. Gute Gedanken dürfen bleiben.
All diese Punkte funktionieren aber nur, wenn darunter eine Haltung liegt. Ohne Identität bleibt jede Strategie leer. Ohne klare Linie wird jedes System zur Maske.
Mein wichtigstes Learning ist deshalb dieses:
Ein digitales Dorf/Publikum wird dich nur finden, wenn du es zuerst findest. Wenn du bereit bist, nicht für Sichtbarkeit zu schreiben, sondern für Bedeutung.
Schreib nicht, um zu wachsen.
Schreib, um klar zu stehen.
Alles andere folgt daraus. 🙃
Deine
-Kristin