Anfang der Woche landete eine Mail in meinem Postfach.
Die IHK Berlin schrieb mich an, weil ich ihnen vom Mittelstand-Digital Berlin empfohlen wurde. Wow. Ich bin extrem dankbar für diese Wertschätzung.
In einem Call haben wir genau analysiert, was sie wirklich brauchen.
Sie nannten mir ein Problem, das ich gerade überall höre. Bei Einzelunternehmern, bei Kleinunternehmen, bei Menschen, die sichtbar werden wollen, aber nicht wissen wie.
Personal Brands im KI-Zeitalter aufbauen ist für viele eine harte Nuss. Was sage ich? Wie kommuniziere ich? Worüber schreibe ich überhaupt?
Viele raten einfach irgendwelche Themen oder posten irgendetwas. Andere kopieren die Meinung anderer, weil sie schlicht nicht wissen, wohin. Am Ende brennen sie aus oder sagen, Social Media funktioniert nicht.
Also habe ich mir dieses Problem geschnappt und gebe dir heute ein paar strategische Ideen an die Hand, die ich auch in meinem Online-Webinar teilen werde.
Jeder Content besteht aus zwei Dingen
Dein Thema und dein Blickwinkel darauf sind genau diese zwei Dinge. Und ja, auch anderes ist entscheidend, aber wir fokussieren vorerst das.
Also kurz: Das Thema ist, worüber du sprichst. Der Blickwinkel ist, was du darüber sagst.
Und genau hier liegt der Unterschied zwischen Brands, die wachsen, und denen, die im Durchschnitt verschwinden.
“Schwache” Personal Brands raten irgendwelche Themen oder kopieren die Meinung anderer. Das passiert häufiger als du denkst.
“Human-Premium-Brands”, wie ich sie mittlerweile nenne, machen neben anderen Dingen noch etwas strategisch Entscheidendes. Sie nutzen Daten, um herauszufinden, welche Themen Menschen wirklich interessieren, und bringen dann ihre eigene originelle Perspektive dazu.
Genau diese Kombination gewinnt.
Und nein, das ist kein einfaches Kopieren und Einfügen.
Sieh es eher so: Wenn wir in unsere eigene Lebensgeschichte schauen, kopieren wir ständig andere. So haben wir Laufen gelernt, aber unseren eigenen Gehstil entwickelt. So haben wir Sprechen gelernt, aber unseren eigenen Slang entwickelt.
Alles besteht aus Kopieren. Aber wir packen automatisch unsere eigene Sicht auf das Erlernte.
Nur auf Social Media machen sich wenige Menschen die Mühe, genau das zu tun.
Warum Themen datenbasiert sein sollten
Selbst große Creator wissen oft nicht genau, was ihre Audience wirklich sehen will.
Wenn du beim Thema falsch liegst, hilft selbst perfekte Umsetzung oft nichts.
Besonders wenn du am Anfang stehst oder keine Idee hast, wie du dein Thema online am besten präsentierst, ist es ein großer Vorteil, sich von anderen inspirieren zu lassen und die Daten zu analysieren. Ich weiß, es klingt langweilig, aber vielleicht hilft es dir wirklich weiter.
Also, wenn du willst, gehst du so vor:
1. Analysiere erfolgreiche Inhalte in deiner Nische.
Willst du Videos auf LinkedIn machen? Schau dir erfolgreiche Accounts an. Willst du einen Newsletter schreiben? Dann suche auf YouTube oder Substack nach erfolgreichem Content in deinem Bereich. Speicher dir diese Beiträge. Dann:
2. Schau, welche Themen konstant funktionieren.
Ich schaue mir gern gute Newsletter und Longform-Videos zum Thema Personal Branding, Kommunikation und Psychologie an (Ist ja mein Thema). Auch wenn ich oft nichts Neues erfahre, schaue ich mir an, wie erfolgreiche Creator ihren Content aufgebaut haben. Ich achte auf die Views, die Kommentare. Welche Thumbnails nutzen sie? Welche Hooks zeigen bei mir Wirkung? Welche Beispiele bringen sie ein?
3. Entwickle dann deinen eigenen Blickwinkel darauf.
Am Ende setze ich mich mit diesem Creator gedanklich auseinander und stelle mir die Frage: Wie ist die Perspektive, und wie denke ich selbst darüber? Wie würde ich auf ihre Aussagen antworten, wenn wir in einem Gespräch wären?
Ich führe quasi einen innerlichen Dialog. Dann schreibe ich meinen eigenen Text, mit meiner Perspektive, mit meinen Worten. RAW. Keine KI, die mich zuerst verwirrt. Erstmal ich und meine Gedanken.
Für mich ist das ein geniales Training.
Und meine Inhalte funktionieren nachweislich sehr gut.
Meinen letzten LinkedIn-Artikel habe ich am 16. Mai um 8:30 Uhr gepostet. Das war ein Samstag und mitten in der Ferienzeit. Wer hält das für eine gute Idee? ;)
Also: Samstag. Ferienzeit. Gutes Wetter.
Exakt der Zeitpunkt, von dem viele behaupten würden: „Kannst du vergessen."
Nach 24 Stunden hatte ich dieses Ergebnis:
knapp 4.000 Impressionen
52 Likes
40 Kommentare
3 organische Shares
5 gespeicherte Beiträge
3 neue Follower
4 Vernetzungsanfragen
25 Profilansichten
plus eine Podcast-Anfrage
Und das mit „nur" 2.510 Followern.
Die sichtbare Engagement-Rate liegt damit bei rund 2,7 %. Mal schauen, was in einer Woche passiert ist.
Für einen LinkedIn-Artikel ist das ein sehr krasser Wert. Vor allem, weil Artikel deutlich träger performen als klassische Kurzposts. Anyway.
Ich erzähle es nicht, weil ich angeben will. Ich möchte dir nur zeigen, dass Strategie wichtiger ist, als nur zu raten oder das zu posten, was ich selbst wichtig und interessant finde.
Natürlich musst du lieben, was du tust. Aber:
Es geht darum zu verstehen, worauf der Markt reagiert, und darauf deine eigene Perspektive aufzubauen.
Warum der Blickwinkel kreativ sein muss
Wenn alle dieselben allgemeinen Tipps wiederholen, wird alles austauschbar. Das ist Fakt.
Der Unterschied liegt im Winkel. In deiner Sicht auf die Welt. In deiner konträren Meinung. In den “ungewöhnlichen” Verbindungen, die du herstellst.
Die Magie entsteht, wenn du ein Thema nimmst, das Menschen interessiert, und dazu eine Perspektive bringst, mit der niemand gerechnet hat.
Schau wirklich danach:
Was funktioniert bereits?
Und worüber denken alle falsch?
Dann mach genau darüber ein Video, einen Newsletter, einen Post.
Du kannst dafür natürlich auch KI nutzen. Ich setze mich nach meiner eigenen Analyse immer nochmal mit Claude auseinander. Ich prüfe quasi meine Analyse/Gedanken und gehe mit der KI ins Gespräch.
Dazu habe ich einen Prompt entwickelt, der sich die gleichen Fragen stellt wie ich, wenn ich analysiere. Nutze ihn, wenn du magst:
„Analysiere diesen Content psychologisch und kommunikativ. Erkläre mir nicht nur was gesagt wird, sondern warum dieser Content viele Menschen erreicht oder Aufmerksamkeit erzeugt.
Gehe besonders auf folgende Punkte ein: Welche Emotionen werden ausgelöst? Welche psychologischen Trigger werden genutzt? Wie schreibt oder spricht die Person? Welche Wörter, Satzstrukturen oder Stilmittel machen den Content stark? Welche Identität oder Persönlichkeit wird transportiert? Warum fühlen sich Menschen verstanden oder angesprochen? Welche Dynamiken sorgen für Kommentare, Shares oder Diskussionen?
Analysiere außerdem: Hook, Storytelling, Rhythmus der Sprache, Tonalität und Energie.
Gib die Analyse nicht oberflächlich, sondern tief, konkret und nachvollziehbar. Nutze Beispiele aus dem Text selbst."
Viel Spaß damit.
Eine Plattform. Nicht fünf.
Noch ein Punkt, weil sich viele hier selbst eine Falle stellen.
Die meisten sagen: „Sei überall." TikTok. LinkedIn. Instagram. X. YouTube. Substack.
Aber wenn du auf fünf Plattformen postest, arbeitest du gleichzeitig gegen fünf Algorithmen, fünf Zielgruppen, und das mit nur einem Bruchteil deiner Energie.
Deshalb: Dominiere zuerst eine Hauptplattform.
Eine Plattform. Eine Zielgruppe. Ein System. Ein Skillset.
Das muss sich zuerst aufbauen. Wenn du dann eine hohe Frequenz hast, können andere Plattformen dazukommen.
Wenn du ein Marketingteam hinter dir hast, kannst du natürlich auf mehreren Plattformen angreifen. Die meisten haben es aber nicht.
Wenn du deine Daten gesammelt hast, weißt du, worüber du sprechen sollst. Aber wie du das dann nach außen trägst, ist mindestens genauso entscheidend.
Deshalb möchte ich dir noch kurz mitgeben, was magnetische Personal Brands aus meiner Sicht wirklich ausmacht. In meiner Analyse von Brands sind mir immer wieder fünf Muster aufgefallen, egal ob große Creator oder Menschen, die gerade erst anfangen.
Das war übrigens auch ein Teil meines letzten LinkedIn-Artikels. Da die meisten meiner Newsletter-Abonnenten ihn vermutlich gelesen haben, fasse ich hier nur kurz zusammen. Den Link teile ich im PS, falls du ihn lesen möchtest.
1. Kreative Präsenz
Mit kreativer Präsenz meine ich nicht einfach nur schöne Designs, gute Titel oder perfekte Thumbnails. Ich meine die gesamte Erfahrung rund um deinen Content: die Qualität, die Ästhetik, die Produktion, die Art, wie etwas wirkt und sich anfühlt.
Menschen bewerten Inhalte nicht nur rational. Sie spüren, wie viel Bewusstsein dahinter steckt, wie viel Liebe zum Detail vorhanden ist, und ob jemand einfach nur schnell Content produziert oder wirklich eine klare Handschrift entwickelt.
Kreative Präsenz ist zwar kopierbar, aber sie langfristig auf hohem Niveau umzusetzen, braucht Geschmack, Konsistenz und ein Auge fürs Detail.
2. Eigene Perspektiven
Je mehr Inhalte entstehen, desto wertvoller werden Menschen, die nicht einfach nur wiederholen, was ohnehin schon alle sagen. Eigene Gedanken entwickeln. Ungewöhnliche Verbindungen herstellen.
Dinge aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Nicht künstlich konträr, sondern wirklich selbst denken.
Dazu musst du nicht die „intelligenteste" Person im Raum sein. Aber du solltest anfangen, eine eigene Sicht auf die Welt zu entwickeln. Denn genau dadurch entsteht langfristig Wiedererkennbarkeit.
3. Praktische Klarheit.
Eigene Perspektiven sind wichtig, aber irgendwann reicht Inspiration allein nicht mehr aus. Menschen wollen nicht nur denken: „Oh ja, das ist ein interessanter Gedanke." Sie wollen auch verstehen: „Okay, und was mache ich jetzt damit?"
Originalität bedeutet: „Das habe ich noch nie gehört." Praktische Klarheit bedeutet: „Jetzt weiß ich, was ich tun muss." Denn viele Menschen sind heute nicht überfordert, weil ihnen Informationen fehlen, sondern weil sie zu viele Informationen konsumieren, ohne eine klare Handlung daraus abzuleiten.
4. Präsenz.
Manche Menschen haben einfach eine Präsenz, die man sofort spürt. Menschen wie Tony Robbins oder Gary Vaynerchuk sind gute Beispiele dafür.
Ihre Inhalte funktionieren nicht nur wegen Informationen, sondern weil Menschen ihnen gerne zuhören. Weil ihre Energie konsistent wirkt und ihre Persönlichkeit spürbar bleibt.
5. Feuer.
Wahrscheinlich ist das hier der wichtigste Punkt überhaupt. Denn nach Monaten oder Jahren hältst du nichts langfristig durch, das dich innerlich eigentlich gar nicht interessiert.
Viele wählen ihre Nische nach Potenzial, Trends oder danach, womit gerade Geld verdient wird. Kurzfristig kann das sogar funktionieren, aber irgendwann zeigen sich die Risse. Dann wird Content anstrengend. Sichtbarkeit fühlt sich nur noch schwer an. Und man beginnt nur noch zu performen, statt wirklich etwas zu sagen zu haben.
Das waren die 5 Munster. Und hey, du brauchst nicht alle fünf gleichzeitig. Aber du solltest wissen, wo deine natürliche Stärke liegt.
Am Ende ist es eigentlich simpel.
Du brauchst kein perfektes Setup. Keine riesige Reichweite. Kein professionelles Studio.
Du brauchst ein Thema, das funktioniert, und einen Blickwinkel, der nur von dir kommen kann.
Datenbasiert denken. Eine Plattform fokussieren. Und dann konsequent deine eigene Perspektive rausbringen. Mit Power und Liebe zum eigenen Thema.
Das ist keine Garantie. Aber es ist der einzige Weg, der langfristig trägt.
Good luck, my friend. 🙃
Love, Kristin
P.S.: Hier ist der Link zum Artikel, wenn du Interesse hast:

