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Jede Ära. Drei Typen. Deine Entscheidung.
Wie entscheidest du dich?

Mal ehrlich: Die Leute tun so, als sei technologischer Wandel etwas Neues.
Aber wenn wir die Zeit betrachten, war technologischer Wandel schon immer da, oder?
Als der Buchdruck kam, wurden Schreiber überflüssig. Vorher kopierten ausgebildete Handwerker Manuskripte von Hand. Eine Fertigkeit, deren Beherrschung Jahre dauerte.
Und dann?
Eine einzige Druckpresse konnte tausende Seiten pro Arbeitstag produzieren.
Wissen, das über Jahre aufgebaut wurde, war plötzlich kaum noch gefragt.
Die Schreiber, die sich weigerten, sich anzupassen, verschwanden.
Diejenigen, die lernten, die neuen Maschinen zu bedienen, blühten auf.
Und genau dieses Muster wiederholt sich in jeder Branche. In jeder Ära.
Neue Technologien entstehen.
Alte Strukturen geraten ins Wanken.
Manche Menschen protestieren.
Manche zerstören sogar das Neue.
Und andere gehen mit der Zeit und wachsen.
Ich erinnere mich an den Startschuss vom Internet.
Damals haben viele gesagt, das setzt sich nicht durch.
“Das ist nur ein Trend. Das braucht kein Mensch.”
Plötzlich war Information für jeden zugänglich.
Das Informationszeitalter begann und veränderte die Geschäftswelt.
Und trotzdem gab es Stimmen, die sagten:
Das ist nur Spielerei und verschwindet wieder.
Dann kam Social Media.
Wieder Skepsis und Zweifel.
Wieder Menschen, die es belächelt haben.
Dieser Shift hat auch wieder ganze Branchen verändert.
Wer sich geweigert hat, digital zu denken, wurde unsichtbar.
Und jetzt?
Jetzt ist es KI.
KI vereinfacht Social Media, Marketing und beschleunigt Content.
Sie nimmt dir nicht die Stimme, sondern sie verstärkt, was bereits da ist. Vorausgesetzt, du nutzt das Werkzeug richtig.
Es ist also nicht das Tool.
Es ist die Art und Weise, wie man damit umgeht und darüber denkt.
Wenn ich in Teamcoachings oder Workshops lehre, wie man KI nutzen kann, erlebe ich immer wieder ähnliche Reaktionen:
Menschen, die KI grundsätzlich verteufeln. (60%)
Menschen, die sie vorsichtig beobachten und vielleicht ein- oder zweimal ausprobiert haben, aber auf Abstand bleiben. (30%)
Und Menschen, die neugierig sind und anfangen, systematisch damit zu arbeiten. (10%)
Es geht also nicht nur um Technologie.
Es geht um Haltung.
Deshalb ist die entscheidende Frage nicht, ob KI gut oder schlecht ist.
Die entscheidende Frage ist:
Welcher Typ Mensch bist du in dieser Ära?
Und hey, bevor du antwortest, lass uns eines klarstellen:
Das hier ist keine Bewertung. Es geht nie um richtig oder falsch.
Nicht um klug oder naiv. Es geht um deine Reaktion auf die Welt.
Wenn sich Systeme verändern, reagieren Menschen unterschiedlich, weil Veränderung Identität berührt. Genau deshalb lohnt es sich, ehrlich hinzusehen und bewusst zu entscheiden, wie du mit dieser Ära umgehen willst.
Denn am Ende geht es nicht darum, was KI kann.
Sondern darum, wie du dich dazu positionierst.
Und dabei zeigen sich drei Menschentypen.
1. Die Bewahrer
Sie definieren sich über alte Gewohnheiten.
Jedes neue Werkzeug sehen sie als Bedrohung ihres Selbst.
Autoren sagen, echtes Schreiben sei unersetzlich. Kreative sprechen vom Tod der Kreativität, lernen aber nicht, wie die neuen Werkzeuge funktionieren.
Manche erklären sogar, jeder, der KI nutzt, sei moralisch fragwürdig. Und gewiss sollten wir bei der KI-Nutzung an Umwelt, Datenschutz & Co. denken. Keine Frage. Der Punkt ist nur dieser:
“Bewahrer” kämpfen nicht gegen Technologie.
Sie kämpfen gegen den Verlust ihrer Identität.
Ich persönlich meide diese Menschen. Nicht, weil sie schlecht sind, sondern weil ich mich hier an die erwähnten Schreiber oder Handwerker erinnere.
An den Widerstand, der verständlich und menschlich war.
Doch wenn man sich mit Geschichte beschäftigt, erkennt man ein Muster.
Vom Römischen Reich bis zur Industrialisierung.
Von analogen Märkten bis zur digitalen Welt.
Es gibt Zyklen. Aufstieg. Veränderung. Anpassung. Ablösung.
Alte Systeme sterben nicht, weil sie böse sind.
Sondern weil neue Lösungen entstehen.
Es ist wie mit den Jahreszeiten. Der Winter diskutiert nicht mit dem Frühling.
Er weicht ihm.
Und genauso hat sich Technologie immer durchgesetzt.
Nicht, weil sie lauter war, sondern weil sie Prozesse vereinfacht und Effizienz gebracht hat. Weil Unternehmen, die am Markt bestehen wollten, sie nutzen mussten.
Und falls du dich darin erkennst: Schau genau hin, was gerade passiert.
2. Die Beobachter
Sie bemerken den Wandel, analysieren ihn und sprechen darüber.
Aber sie committen sich nicht.
Sie reden sich ein, dass es sich wieder legen wird.
So wie damals, als viele dachten, das Internet sei nur ein Hype.
Unternehmen, die ihr Geschäft neu gedacht haben, konnten bestehen.
Andere mussten schließen. Denk an den Onlinehandel und welche Giganten dort entstanden sind.
Beobachter warten auf Sicherheit, bevor sie handeln.
Sie steigen ein, wenn klar ist, dass es bleibt.
Doch in exponentiellen Zeiten bedeutet Warten Rückstand.
Und Rückstand lässt sich nicht mehr so leicht aufholen.
3. Die Systembauer
Sie sagen sich: „Identität entsteht durch Handlung. Also bleibe ich neugierig und experimentiere.“
Systembauer finden ihren eigenen Weg, neue Methoden anzuwenden.
Ohne die Vergangenheit auszublenden oder die Zukunft zu fürchten.
Sie wissen, dass neue Dinge Zeit brauchen, bis sie wirklich nützlich sind.
Und sie handeln nach dem psychologischen Prinzip: Versuch. Irrtum. Lernen.
Warten, bis alles perfekt ist, ist keine Option. Lieber lernen sie im Gehen.
Während andere noch diskutieren.
Es war schon immer klug, diese Haltung einzunehmen.
Denn Sinn entsteht selten im Stillstand. Aus meiner Sicht entsteht er im Reiben, Wachsen und im neugierig Sein.
Der Markt verändert sich. Also verändern sich die Spielregeln. Das war schon immer so.
Mein Anliegen an dich:
Lerne die Skills, die dich heute relevant machen und morgen tragfähig. Egal, ob du angestellt bist oder dein eigenes Ding machst.
Diese Ära wird nicht langsamer. Sie wird schneller.
Die Frage ist nicht, ob Wandel kommt. Er ist längst da.
Die Frage ist nur:
Bleibst du Bewahrer?
Wirst du Beobachter?
Oder baust du dein eigenes System?
Good luck, my friend
Deine
-Kristin
MINI-PS:
Nun möchte ich dir noch ein Beispiel geben, wie ich KI nutze, um mein Schreiben zu vereinfachen.
Und genau hier wird etwas deutlich: KI anwenden ist keine einmalige Eingabeaufforderung. Sie ist eine Fähigkeit.
Die Fähigkeit, sie sinnvoll einzusetzen, ohne den eigenen Geist zur Seite zu stellen oder generisch zu klingen.
Dies hier ist nicht mein ganzer Prozess, aber er soll dir einen Einblick geben. Na dann:
Ich beginne mit einer Gliederung der Punkte und Ideen, über die ich schreiben möchte.
Diese wird oft sehr umfangreich. 😅
Dann schreibe ich frei drauflos.
Ohne mich um Grammatik oder Formulierungen zu kümmern.
Dann gebe ich der KI Kontext.
Meine Newsletter, meine bisherigen Inhalte, meine Denkweise und meine Philosophie.
Das ist wichtig, weil KI nur so gut ist wie der Kontext, den du ihr gibst.
Dann arbeite ich die Ideen weiter aus, während die KI parallel Informationen erarbeitet, Muster erkennt und Zusammenhänge sichtbar macht.
Danach beginnt der eigentliche Teil.
Ich hinterfrage. Ich vertiefe. Ich streiche.
Ideen, die Blödsinn sind, fliegen raus.
Ich denke also immer tiefer nach.
Und genau deshalb ist jedes Werk und jedes Wort meins.
Nur der Prozess ist schneller.
Und das hier ist nur ein Bruchteil meiner Arbeit mit KI.
Merkst du, wie umfangreich das schon ist?
Und merkst du auch, dass ich vom ständigen Produzieren zu einem Entscheider geworden bin?